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gegen den zeitgeist
Veröffentlicht: 14.03.2026

Zum zweiten Mal nach 1529 waren im Jahr 1683 die Türken vor Wien. Die Stadt stand kurz vor dem Fall, hätte nicht ein Entsatzheer unter der Führung des polnischen Königs Johann III. Sobieski die Türken vertrieben. Natürlich war es nicht Sobieski alleine, der die osmanischen Aggressoren vor Wien gestoppt hat. Es ist eine Allianz vieler christlicher europäischer Mächte und den mutigen Wienern unter der Führung von Graf Starhemberg zu verdanken, dass unsere Frauen heute kein Kopftuch tragen müssen und nicht anstelle unserer Kirchen Moscheen die europäischen Stadtbilder prägen. 

Viele Wiener empfinden noch heute für den Heerführer Sobieski und seine tapferen polnischen Kämpfer Dankbarkeit und haben den Wunsch, diese durch ein würdiges Denkmal zum Ausdruck zu bringen. Doch das ist in Wien verboten, denn die Parteien links der Mitte lehnen es ab, ein solches Denkmal in der Stadt zu errichten. Sie lassen es auch dann nicht zu, wenn das halbfertige Denkmal ohnehin schon in die letzte Ecke der Stadt, auf den Leopoldsberg, abgeschoben wurde. Nicht einmal dort dürfen die Wiener einen Ort haben, wo sie still der Rettung der europäischen Kultur vor dem Ansturm der Osmanen im 17. Jahrhundert gedenken können.

Grausame Expansionspolitik der Osmanen

Heute würde man die Außenpolitik der Türken des 17. Jahrhunderts durchaus kritisch als "imperialistisch" klassifizieren. Die damaligen Osmanen und ihre Verbündeten betrieben eine grausame, in groben Zügen menschenverachtende Expansionspolitik. So gehörte es zur Kriegskultur der osmanischen Armee, dass den Gegnern die Köpfe abgeschlagen, auf Stangen aufgespießt und öffentlich ausgestellt wurden. Als zum Beispiel die Stadt Hainburg im Zuge des Türkensturms eingenommen und niedergebrannt wurde, verteilte der Großwesir großzügig Ehrengeschenke an jene, die den Einwohnern die Köpfe abschlugen und rund um die Stadt aufpflanzten. Dieserart wurde auch in der Stadt Schwechat verfahren. Besonders verabscheuungswürdig erscheint uns aus heutiger Sicht die Gepflogenheit der "Knabenlese". Dabei wurde die männliche Nachkommenschaft der unterworfenen Völker, soweit sie den muslimischen Eroberern brauchbar erschienen, ins osmanische Reich verschleppt und dort zu Kriegern ausgebildet. Man nannte sie Janitscharen. Sie waren in aller Welt als eine besonders grausame militärische Elitetruppe bekannt.

Die Praxis des osmanischen Sklavenhandels 

Nachdem der Heerführer Kara Mustafa bei Tattendorf mit seinem 90.000 Mann starken Heer die Grenze überschritten hatten, schwärmten sofort 20.000 Tataren, die sich dem osmanischen Heer angeschlossen hatten, in ganz Niederösterreich aus. Wie schon 1529, bei der ersten Türkenbelagerung, wurden tausende Österreicher in Ketten gelegt, verschleppt und als Sklaven auf den Sklavenmärkten des Ostens verkauft. Von ihnen ist kaum jemand zurückgekehrt. Wir müssen sogar davon ausgehen, dass viele den Transport ins osmanische Reich gar nicht überlebt haben. Während des gesamten Feldzuges wurden rund 60.000 Menschen versklavt. Sie kamen vorwiegend aus den Wiener Vororten und Niederösterreich. Es waren vor allem Kinder und Frauen. Rund 25.000 Frauen und 26.000 Kinder. Sie wurden über Ungarn ins Osmanische Reich verbracht oder in den Mittelmeerraum verkauft. Viele von ihnen haben den anstrengenden Weg dorthin nicht überlebt. Die es geschafft haben, blieben jahrelang oder ein ganzes Leben lang Sklaven im Osmanischen Reich. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass im postkolonialen Diskurs immer nur die weißen Europäer für den Sklavenhandel verantwortlich gemacht werden. Dabei waren auch arabisch-muslimische Sklavenhändler und Teile der afrikanischen Oberschicht am Sklavenhandel beteiligt und mussten am Ende des 19. Jahrhunderts von den Engländern dazu gezwungen werden, diesen aufzugeben. 

Der Streit um das Sobieski-Denkmal 

Die zweite Türkenbelagerung 1683 war ein Schlüsselereignis im Kampf um das Weiterbestehen der christlichen Zivilisation in Europa. Hätten die Türken Wien genommen und wären weiter nach Europa vorgedrungen, würde es heute womöglich das, was wir als Europa kennen und schätzen, nicht mehr geben. Deshalb ist es naheliegend, dass es vielen Europäern ein Anliegen ist, diesem wichtigen historischen Ereignis zu gedenken und die Retter des christlichen Europas zu ehren. Die Polen dürfen das. Dort steht in Warschau ein Denkmal für Sobieski und kaum ein Pole würde auf die Idee kommen, dieses stürzen zu wollen. In Wien ticken da die Uhren völlig anders. Die Stadt hat zum Beispiel ein Denkmal von Che Guevara im Donaupark aufgestellt. Bürgermeister Häupl hat es seinerzeit eröffnet. Dass Che Guevara homophob und sexistisch war und noch dazu zu den Begründern eines kommunistischen Unterdrückungsstaates gehörte, der zum Glück aufgrund der Initiative von Donald Trump kurz vor seinem Ende steht, wird, wie so vieles heutzutage, unter den Teppich gekehrt. Aber ein Sobieski-Denkmal wird den Wienern verweigert. Der Sockel dazu steht bereits am Kahlenberg. Die Statue darf aber nicht darauf gesetzt werden. Grund dafür ist die Unterwanderung der führenden Partei der Stadt, der SPÖ, durch türkische Nationalisten, die ein solches Denkmal als "türkenfeindlich" und "rassistisch" empfinden.

Die Aktivistin Bozatemur und die Täter-Opfer-Umkehr

Wichtigste Aktivistin der Anti-Sobieski-Bewegung ist die türkischstämmige SPÖ-Abgeordnete Aslıhan Bozatemur. Sie ist Landtagsabgeordnete und die Verbindungsfrau des islamfreundlichen Bürgermeisters Ludwig nach Istanbul und in die türkische Community der Stadt Wien. Der Kontakt zu dieser Community ist dem Bürgermeister wichtig, da fast 50 % ihrer Mitglieder die SPÖ wählen. Interessant ist, dass auch die FPÖ einen großen türkischstämmigen Zulauf hat. Studien gehen von 25 % der türkischen Diaspora mit Staatsbürgerschaft aus, die FPÖ-Wähler sind. Der Grund liegt überwiegend darin, dass viele Türken sich für die nach 2015 ins Land gekommen Syrer und Afghanen wegen deren Integrationsfeindlichkeit genieren und weil sie, wie man häufig hört, durch deren Verhalten ihren guten Ruf gefährdet sehen. Typisch dafür die Aussage eines Taxifahrers, er erzählt: "Ich bin seit 30 Jahren in Wien. Meine Kinder studieren. Sie unterscheiden sich nicht von den Kindern unserer Wiener Nachbarn. Und jetzt kommen diese Fanatiker ohne Benehmen und machen die Anerkennung kaputt, die wir uns über Jahrzehnte aufgebaut haben. Die neuen Zuwanderer sind für uns imageschädigend." Aslıhan Bozademur bezeichnet das Denkmal als "fremdenfeindlich", "antitürkisch" und "islamfeindlich". Hier bewegen wir uns jetzt auf sehr gefährlichem Terrain. Denn das Denkmal beschäftigt sich mit einem Angriffskrieg in der Geschichte unseres Landes, in dem die anstürmenden Osmanen die Christen als "ungläubige Hunde" bezeichneten und sie massenhaft in die Sklaverei verkauft oder gleich getötet haben. Tatsächlich steht also am Anfang der Geschichte, die zum Denkmal führt, ein christenfeindlicher Krieg der Osmanen. Wenn nun christliche Österreicher diesem Ereignis gedenken und einem ihrer Befreier vom drohenden Joch einer Sklavenhalterwirtschaft ein Denkmal der Dankbarkeit setzen wollen, dann sind sie "antitürkisch" und "islamfeindlich"? Das ist eine seltsame Logik, denn Ausgangspunkt der Geschichte ist ein christenfeindlicher Raubzug von Muslimen, durch die "Beutesure" des Korans legitimiert. Wer ist hier nun das Opfer? Wir oder die Türken? Wohl eine recht einfach zu beantwortende Frage. Wenn man ideologisch nicht total verblendet ist.

Warum sollten wir der Türkenbelagerungen nicht gedenken dürfen?

Das heißt, ausnahmsweise sind in dieser Angelegenheit die Ungarn, die Österreicher und andere Völker die Opfer und nicht die Türken. Mit einer brachialen Täter-Opfer-Umkehr die Geschichte verdrehen zu wollen, ist ein starkes Stück. Wenn die Christen ein Sobieski-Denkmal wünschen, dann deshalb, weil sie es diesem polnischen König verdanken, dass es sie hier überhaupt noch gibt. Das heißt, mit diesem Denkmal wird Dankbarkeit gegenüber dem Retter Wiens thematisiert. Der grausame Angriffskrieg der Osmanen spielt eine untergeordnete Rolle. Das schlechte Gewissen der türkischen Community muss groß sein, wenn dort tatsächlich der Glaube verbreitet ist, dass sich aufgeklärte Europäer noch heute mit der Sühnung von Kriegsverbrechen aus dem 17. Jahrhundert beschäftigen. Es geht lediglich darum, jemanden die Ehre zu erweisen, der uns damals den Hals gerettet hat. Wären es Kara Mustafa gewesen, so würden wir heute ihm auf dem Kahlenberg ein Denkmal aufstellen. So einfach ist die Sache. Menschen, denen ihre Nationalgeschichte wichtig ist, die ihr historisches Erbe in Erinnerung behalten wollen und die ein Denkmal für einen König aufstellen wollen, der in meiner Kindheit noch das Vorbild vieler Unterstufen-Gymnasiasten war, der Islam- und Fremdenfeindlichkeit zu bezichtigen, das ist ein starkes Stück. Ein Europäer ist heute offenbar immer der Täter, auch wenn er einer Epoche gedenkt, in der seine Ahnen in die Sklaverei verkauft oder massakriert wurden.

Ein hervorragendes Buch zum Thema ist der Titel "Die Türken vor Wien" von Klaus-Jürgen Bremm. Das Buch hat einen starken Focus auf die Militärgeschichte, ist aber auch darüber hinaus absolut lesenswert.