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gegen den zeitgeist
Veröffentlicht: 28.09.2026

Gerhard Zeiler ist in der SPÖ gerade der Mann der Stunde, um nicht zu sagen der auserwählte Erlöser. Der Auslandsösterreicher, der seit 30 Jahren in Österreich nur mehr vorübergehend als Besucher anwesend war, soll das Trümmerfeld SPÖ wieder aufräumen und in eine konkurrenzfähig Form bringen. Aber ist er tatsächlich der Richtige? Eher muss man feststellen, dass es das traurige Bild der SPÖ verschlechtert als verbessert, wenn die Partei einen Mann aus dem Ausland holen muss, noch dazu einen über 70-jährigen, um einen Neubeginn starten zu können. Da drängt sich natürlich bei jeden halbwegs vernünftigen Menschen die Frage auf, warum eine große Volkspartei in ihrem Apparat nicht genügend junge und ambitionierte Personen zur Verfügung hat, die das notwendige Werk der Erneuerung anpacken könnten. Wenn die Partei noch einigermaßen am Leben wäre, müssten doch zumindest einige Nachwuchspolitiker zur Verfügung stehen, die einen Neustart der SPÖ anführen können. 

Die Linke - Verjüngung als Erfolgsfaktor

Ein Blick auf die Partei „Die Linke“ in Deutschland hätte zeigen können, wie eine Parteirettung funktioniert. Durch eine radikale Verjüngung der Parteiführung und der Installierung von Heidi Reichineck an der Spitze der Bundestagsfraktion gelang der Turnaround. Die Partei ist bei der Bundestagswahl 2021 unter die Fünf-Prozent-Schwelle gerutscht. Nach der Erneuerung erreicht sie im Jahr 2025 8,8 Prozent, d.h. es gelang der Partei fast 4 Prozentpunkte zuzulegen. Was steckte dahinter? Eine klare Zielgruppenanalyse, die radikale Spezialisierung auf erfolgversprechende Zielgruppen – bildungsnahe Jugend, Menschen mit Migrationshintergrund, ostdeutsche Traditions-Linke, Prekariat – und eine Schwerpunktverlagerung auf die Themen Wohnen, Mieten, leistbares Leben und Nahostpolitik. Die Linkspartei hatte im Unterschied zu SPÖ ein Konzept. Die SPÖ ist inhaltlich schwammig und beliebig und glaubt noch immer, mit einer Erneuerung des Personals und einer besseren Kommunikation den Turnaround zu schaffen. Tatsächlich ist dazu auch eine inhaltliche Neupositionierung bei den Themen Teuerung, Krieg in der Ukraine, innere Sicherheit, Steuerpolitik, Entlastung der Wirtschaft und vor allem in der Migrationsfrage notwendig. Wenn hier nichts Substantielles passiert, kann man sich jeden Neuanstrich der Fassade in die Haare schmieren. 

Die alten und die jungen Löwen