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gegen den zeitgeist
Veröffentlicht: 15.07.2026

Die österreichische Innenpolitik hat sich in die Sommerruhe zurückgezogen. In Luxusclubs am Mittelmeer, auf Jachten in Miami und auf den bequem gepolsterten Strandliegen von Marbella erholt man sich von den Anstrengungen des Jahres. Gut ist, dass man nun nicht mehr täglich das leere Gewäsch der Repräsentanten der Regierungskoalition hören muss. Schlecht, dass sie im Herbst wieder zurückkehren und von neuem loslegen werden. 

Beate Meinl-Reisinger – die Minusfrau der österreichischen Politik. Gerade läuft sie mit dem Bihänder durch den Nationalratsklub ihrer Partei und macht jene um einen Kopf kürzer, die das nicht wollen, was sie will. Veit Dengler ist ihr letztes Opfer. Sein politischer Leichnam ist noch warm. Deshalb berichten die Medien. Aber es gibt viele „Cold Cases“, die in Vergessenheit geraten sind. Matthias Strolz soll mit unlauteren ad hominem-Attacken beseitigt worden sein. So besagen es die Gerüchte. Stephanie Krisper hat sich verzogen, bevor die Rachegöttin über sie kommen konnte. Und auch Gerald Loacker ist nach Brüssel geflüchtet, bevor der „Inner Circle“ der Partei das Scherbengericht über ihn eröffnen konnte. Nikolaus Scherak sitzt noch im Parlament. Und er schweigt. Das ist zweifellos eine vernünftige Strategie, wenn er noch diese Legislaturperiode seinen 10.000 Euro-Sessel behalten will. Sollten Neuwahlen kommen, kann er sich einen sicheren Listenplatz, wie man so schön sagt in Österreich, aufmalen. 

Die Neos, eine unaufgeklärte Monarchie